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„Super-El Niño“ erreicht Rekordwert: Meeresoberflächentemperatur steigt um +3 °C

Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände. Das Jahr 2026 hat uns in vielerlei Hinsicht gefordert. Wir hatten noch nicht einmal die Chance, uns zu erholen; nun steht mit     „El Niño“ – dem stärksten, der jemals verzeichnet wurde – ein Phänomen bevor, das die Wettermuster verändern dürfte und seinen Höhepunkt im Zeitraum von Dezember bis Februar 2027 erreichen wird.

„Es verändert die Strömungen, es verändert die Winde, es verändert eine ganze Menge – deshalb müssen die Fischer weiter hinausfahren“, sagte Eusebio Rodriguez, ein Fischer an Panamas Pazifikküste. (WION News). Er wies auf den drastischen Rückgang der Fischerträge hin, der die Preise auf dem Fischmarkt in die Höhe treibt. Obwohl El Niño seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat, wirkt er sich bereits auf die Fischerei aus.

Dies löste eine schwere Krise entlang der lateinamerikanischen Pazifikküste aus. Wichtige Fischbestände – etwa Thunfisch und Sardellen – sind gezwungen, in tiefere und kühlere Gewässer auszuweichen. Kleinfischer wie Eusebio Rodriguez holen nur noch halb leere Netze ein oder lassen ihre Boote gleich ganz im Hafen. Wie Rodriguez es unverblümt ausdrückt: Sie geben ihr Lebenswerk auf, um „sich Arbeit im Baugewerbe zu suchen“.

Die Seafood Alliance mit Sitz in Belgien warnt davor, dass „jeder Rückgang der Biomasse oder der Fangquoten das weltweite Angebot an Fischmehl und Fischöl verknappen würde“ – was wiederum „die Futterkosten für jene Aquakultursektoren in die Höhe treibt, die den Großteil der Importe in das Vereinigte Königreich und die EU ausmachen.“ Die Seafood Alliance weist darauf hin, dass die globalen Lieferketten für Fisch und Meeresfrüchte in den Jahren 2026–2027 voraussichtlich erheblichen Risiken ausgesetzt sein werden, da die Preise – ähnlich wie während des letzten starken El-Niño-Ereignisses – um 20 bis 40 Prozent ansteigen könnten.

Doch der Einfluss von El Niño endet nicht hier.

Unter normalen Bedingungen wehen die Passatwinde im Pazifik von Ost nach West und transportieren warmes Oberflächenwasser in Richtung Asien. Während eines El-Niño-Ereignisses kehrt sich dieser Vorgang um: Die Winde schwächen sich ab, und eine riesige Masse warmen Wassers verlagert sich in Richtung Südamerika. Diese warme Meeresumgebung beeinflusst sowohl den Verlauf des pazifischen Jetstreams als auch weltweite Wetter- und Klimamuster. In den südlichen Vereinigten Staaten, Teilen Südamerikas und in Ostafrika kommt es zu Rekordniederschlägen und Überschwemmungen; Australien, Indonesien und Teile Südasiens hingegen leiden unter schweren Dürren – eine Folge des abgeschwächten Monsuns und einer verringerten Sturmaktivität im Atlantik.

Um die Folgen von El Niño wirklich zu verstehen, muss man den Blick auf das menschliche Leid richten. Betrachten wir den jüngsten großen El-Niño-Zyklus im Jahr 2023 am Beispiel von Victor, einem Bewohner von Homa Bay in Kenia, der diese Zerstörung hautnah miterlebte. Während der Überschwemmungen schickte er mir Bilder aus seiner Region: Sie zeigten anschwellende, schlammige Flüsse, die alles auf ihrem Weg mitrissen – Infrastruktur, Gebäude, Schulen, landwirtschaftliche Flächen und Grünanlagen wurden zerstört. Allein in Kenia kamen im Zuge des El-Niño-Ereignisses 2023 mindestens 245 Menschen ums Leben; 78.683 Haushalte waren betroffen, und 45.778 Haushalte mussten ihre Heimat verlassen.

Schneestürme, Eisregen, Schnee. Teile Nordamerikas sehen sich mit heftigen winterlichen Wetterereignissen konfrontiert; der Wintersturm „Jonas“ im Jahr 2015 verdeutlicht, wie schwer ein ausgeprägter El Niño die Region treffen kann.

Jim Murdoch, der zum Zeitpunkt, als der Sturm „Jonas“ zuschlug, als freier Mitarbeiter für News 12 tätig war, berichtete: „Der Sturm nahm richtig an Fahrt auf. Wir erwarteten dann – ich glaube, bei Tagesanbruch – die Flut. Einige Stunden nach Sonnenaufgang erlebten wir alles Mögliche: von Donner und Blitzen inmitten des Schneefalls – live im Fernsehen zu sehen – bis hin zu einer Sturmflut von schätzungsweise drei bis vier Fuß (etwa 90 bis 120 Zentimeter) Höhe, bei der Eisbrocken die Brielle Road hinuntertrieben.“

Der Sturm „Jonas“ im Jahr 2015 war ein historischer und tödlicher Schneesturm, der die mittelatlantischen Bundesstaaten sowie den Nordosten der USA lahmlegte; er verursachte wirtschaftliche Schäden in geschätzter Höhe von 500 Millionen bis 3 Milliarden US-Dollar und forderte etwa 48 bis 55 Todesopfer.

Experten zufolge könnte es gegen Ende des Jahres 2026 erneut zu einer Konstellation kommen, bei der eiskalte arktische und kanadische Luft auf hohe Luftfeuchtigkeit sowie warme, feuchte Luftmassen vom Golfstrom beziehungsweise aus dem Atlantik trifft – ein Prozess, der zudem durch einen ausgeprägten El-Niño-Jetstream und einen raschen Abfall des Luftdrucks im Zentrum noch zusätzlich verstärkt wird.

Die ziemlich offensichtliche Schlussfolgerung lautet: Wir sollten uns auf einiges gefasst machen

El Niño ist ein periodisches Phänomen, das vor allem durch einen Anstieg der Meeresoberflächentemperatur gekennzeichnet ist, welcher kontinuierlich überwacht wird. Politische Entscheidungsträger können vorausschauend planen und Prognosen nutzen, um notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen oder Anpassungen vorzunehmen – etwa im Fischereimanagement bestimmter Regionen. El Niño führt zu Veränderungen der Lebensraumbedingungen, die eine Verschiebung der Verbreitung in Richtung Osten begünstigen und tendenziell sowohl die Fangbarkeit als auch den Nachwuchs von Gelbflossen-Thunfisch im westlichen Pazifik erhöhen.

Ob dieser „Super“-El Niño zu globalen Schäden von enormem Ausmaß führen wird – dazu sagte Chris Funk, Klimatologe an der University of California, gegenüber *Science*: „Die ziemlich offensichtliche Schlussfolgerung lautet: Wir sollten uns auf einiges gefasst machen.“

NEED - TO - KNOW _Quotes:

In 2023, El Niño conditions diminished the habitat of cold coastal water species like Peruvian anchoveta. The anchoveta fishery is the world’s largest monospecific fishery, yielding on average 4.4 million tonnes annually and 75 percent of total Peruvian landings in the past five years._FAO


Pacific Jet Stream acts as a primary highway for storms, separating warm and cool air masses and guiding weather systems toward land. _NOAA

More than 347 million children in nearly 100 countries and territories are expected to experience unusually wet or dry conditions between October and December 2026 due to El Niño, increasing the risk of extreme floods and droughts with potentially devastating consequences._UNICEF

If the intensity of El Niño winds up of similar magnitude to the last super El Niño in 1997–98, the contemporaneous economic losses will be on the order of $986 billion in 2027. Unless the international community and national-level policymakers start acting now, those losses could rise to at least $7.2 trillion over the following five years._PIIE

El Niño reshapes agricultural conditions across the globe. Impacts on crop productivity are expected in large parts of the world, e.g., Sub-Saharan Africa, India, China, Australia, Brazil. The 2026-27 event is expected to push global food prices in different directions depending on where a crop is grown and how intense the event will become.

Durum wheat is a concern as global prices are predicted to rise sharply as the event intensifies. Global prices of maize may also slightly increase, although the response to a stronger El Niño is uncertain.

Global soybean and Hard Red winter wheat prices, by contrast, are expected to decline across all El Niño scenarios. Rice shows a more complex pattern, with a slight early decline followed by a price increase later._Joint Research Centre, EU